Einsatz von Relais mit erhöhten Anforderungen

Bahn, Schiff oder in regenerative Energieanlagen


Bei Relaisanwendungen mit erhöhten Anforderungen denkt man beispielsweise an den Einsatz in der Bahntechnik. Dort kommen elektromechanische Relais in Türsteuerungssystemen, Heizungen, Beleuchtungs- und Energieversorgungsanlagen der Hochgeschwindigkeits-, Regional- und Nahverkehrszüge zum Einsatz. Die erhöhten Anforderungen für Einsatz in Eisenbahnen, gegenüber den gebräuchlichen Anforderungen im Industrieeinsatz, an die Vibrations- und Schockfestigkeit, den Bereich der Betriebsspannung und die Temperaturschwankungen sind in den Normen EN 50155 und EN 61373 festgelegt.

Dies ist nur eine der bekanntesten Einsatzmöglichkeiten mit erhöhten Anforderungen. Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz in den zentralen Steuereinheiten von Windenergieanlagen. Die in dieser Anwendung auszuführenden Aufgaben sind die adaptive Windausrichtung der Gondel, die lastabhängige Rotorblattverstellung und die Notbremsung, bei denen Relais für Schaltaufgaben eingesetzt werden.

Relais in Windenergieanlagen, insbesondere wenn es sich um Offshore-Anlagen handelt, sind vergleichbar hohen Belastungen ausgesetzt wie bei Bahnanwendungen. Weitere Relais-Anwendungen mit erhöhten Anforderungen findet man bei der Schifffahrt und im Straßenverkehr.

Neben den Anforderungen aus den direkten Umfeldgegebenheiten sind weitere Bedingungen zu erfüllen, um beim Auftreten von Fehlern Schäden prophylaktisch zu begrenzen. Spätestens seit dem Brand im Tunnel am 11. November 2000, wobei 150 der 162 Passagiere durch Rauchgasvergiftung zu Tode kamen, widmet man sich intensiver nicht nur der Frage wie ein Brand zu vermeiden ist, sondern auch wie sich das Brandverhalten aufgrund der verwendeten Werkstoffe darstellt.

Finder Relais der Serie 46T und 56T

Beispielsweise wird in der NF F 16-101 (Brandschutz für Schienenfahrzeuge) festgelegt, dass bei einem Brand die Konzentration an Schadstoffen nicht überschritten werden darf, denen eine Person max.15 Minuten lang ausgesetzt ist, ohne bleibende Schäden davonzutragen. Nach diesem Standard werden beispielsweise in Testreihen die Werkstoffe in den entsprechenden Mengen thermisch abgebaut und unter spezifizierten Bedingungen die entstehenden Brandgase analysiert. Bei der Toxizitätsanalyse werden die festgestellten Gehalte mit den zulässigen Referenzwerten verglichen.

Ein anderes Beispiel ist der Rauchverdunkelungswert, der unterteilt in 6 Klassen (F0 bis F5), die Beeinträchtigung der Fluchtmöglichkeit beschreibt.

Bei den Produkten Relais-Serie 46T und 56T werden erfüllt:

  • Anforderungen hinsichtlich des Toxizitätspotentials nach NF F 16-101
  • Rauchgas-Index F2 oder besser entsprechend NF F 16-101

Dirk Rauscher, FINDER GmbH

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Deutschen Schaltrelais-Hersteller im ZVEI
Update 04/11/2016