In jeder Flugphase sicher

Beim Sky Roller kommt die Flugsicherung von Pilz


Moderne Fahrgeschäfte, die ihre Passagiere durch extreme Radien katapultieren oder in haarsträubende Positionen befördern, sind heute hochgradig automatisierte Anlagen, die zuverlässig und nahezu ausfallfrei ihren Dienst versehen müssen. Sicherheit hat höchste Priorität. Wo - wie beim Sky Roller - die Gesetze der Schwerkraft bisweilen auf dem Kopf zu stehen scheinen, sorgt im Hintergrund Sicherheitstechnik, bestückt mit Relais mit zwangsgeführten Kontakten, für den Schutz der Fahrgäste.

Ein wenig erinnert der Sky Roller an eine Verbindung aus Kettenkarussell und Freifallturm: Hat man in einer der paarweise angeordneten sechzehn Gondeln Platz genommen und den Sicherungsbügel vorschriftsmäßig geschlossen, setzt sich der Turm in Drehung, während er gleichzeitig teleskopartig auf etwa die doppelte Ausgangshöhe fährt. Hat der Kranz seine endgültige Höhe erreicht, kippen die Ausleger um neunzig Grad nach außen: Jetzt stehen die Sitze vertikal übereinander. Die gleichförmige, etwa 50 km/h schnelle Drehbewegung lässt die Gondeln um ca. 30 Grad ausschwingen. Wer es nun eher beschaulich mag, kann seine Runden wie in einem gewöhnlichen Kettenkarussell drehen. Verstellt der Fluggast jedoch die beidseits der Sitze angebrachten kleinen Stummelflügel mit Griffen nach vorne und hinten, erzielt er damit denselben Effekt wie bei der Betätigung der Querruder eines Flugzeugs: Der Fahrtwind senkt oder hebt die Gondel je nach Intensität der Betätigung. Damit kann jeder seinen Flug nach eigenem Gusto gestalten.

Sicherer und dosierbarer Nervenkitzel: Der Sky Roller
(Gerstlauer Amusement Rides)


Durchgängiges Sicherheitskonzept überlässt nichts dem Zufall. Drückt der Bediener des Sky Rollers in seinem Leitstand die Start-Taste, setzt er einen definierten und hochgradig automatisierten Bewegungsablauf in Gang. Wo programmierbare Software sämtliche Antriebe und Bewegungen steuert, muss im Hintergrund eine intelligente Sicherheitssteuerung darüber wachen, dass die vorgegebenen Bewegungen, Geschwindigkeiten und Zustände auch eingehalten werden und die beschleunigten Flugobjekte nicht aus der Bahn geraten.

Im zentralen Schaltschrank des Sky Rollers zeichnet das flexible programmierbare Steuerungssystem PSS 3000 von Pilz in Verbindung mit dem dezentralen E/A-System PSSuniversal im Feld für sichere Abläufe verantwortlich.

Dafür stehen dem Steuerungssystem 80 sicherere Ein- und 56 sichere Ausgänge zur Verfügung. Im Feld – hier an den beweglichen Teilen derAusleger - bieten die PSSuniversal Module ihrerseits 64 sichere Ein-und 24 sichere Ausgänge.

Die Sicherheit beginnt gleich mit dem Start: Die Hubbewegung darf eine bestimmte Geschwindigkeit nicht übersteigen; die Gondeln dürfen erst in ihren vertikalen Flugzustand kippen, wenn sich die Ausleger in ihrer definierten Endlage befinden (ein RFID-Transponder überwacht hier die Position der Arme).

Wie stark ist die Dehnung der Zugketten beim Hochfahren des Turmes? Bleibt dessen Drehgeschwindigkeit unter dem maximal zulässigen Wert? Liegt der Hydraulikdruck zwischen dem definierten Minimal- und Maximalwert? Diese und noch weit mehr Sicherheitsabfragen begleiten die gesamte Flugphase und vollziehen sich in Sekundenbruchteilen. Von alledem merkt der Fluggast freilich nichts.

Universell einsetzbar für Sicherheit oder Standard oder einer Kombination aus beidem:
Mit Standard-Kopfmodulen kommuniziert die dezentrale Steuerungsplattform PSSuniversal auch ausschließlich über Standardfeldbusse.

Doch was passiert im Falle eines Falles? Erkennt das Steuerungssystem PSS irgendwo im Ablauf eine sicherheitsrelevante Abweichung von der Norm, fährt es die Anlage sofort in einen sicheren Zustand. Für einen manuell auszuführenden Stopp des Fluggerätes sind an entsprechender Stelle Not-Halt-Taster installiert.

Das modular erweiterbare dezentrale E/A-System erledigt bestimmte Teile der Anlagensteuerung und Überwachung bereits im Feld.

PSSuniversal ist mit sicheren Relaisausgängen ausgestattet. Die eingesetzten Relais der Serie SIS 212 von ELESTA relays verfügen über zwei Leistungskontakte bis 6 A, um Aktoren wie etwa Motorschütze anzusteuern sowie über einen Rückmeldekontakt (ab 5 mA), mit dessen Hilfe eine SPS die Systemverfügbarkeit auswerten kann. Last und Logik werden somit in einem System verarbeitet.

Die Kommunikation mit der Geräteperipherie erfolgt über das sichere Bussystem SafetyBUS p. Während der Betriebsphase gibt ein Touch-Display jederzeit Auskunft über den Stand der Dinge, im Ernstfall weiß der Bediener sofort und zweifelsfrei über Art und Ort der Störung Bescheid.

Nicole Oberender, PILZ GmbH & Co. KG

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Update 04/11/2016