Editorial:
Billig kommt teuer!

„Die Einkaufsabteilung konnte auch in diesem Jahr wieder die Kosten senken!“ Toll, wieder etwas gespart – nur, hat man sich dadurch auch einen Gewinn erarbeitet? Qualitäts-Produkte zu einem günstigen Preis zu erwerben, zeichnet jede gute Einkaufsabteilung aus. Auf Billig-Produkte, z. B. Plagiate auszuweichen, kann jedoch teuer und sogar eine Gefahr für Leib und Leben werden. Auch Relais sind vor billigen Kopien nicht mehr sicher. Untersuchungen und Erfahrungswerte haben jedoch ergeben, dass bei Plagiaten die Beratung, Fertigung und Qualitätsprüfung oftmals aus Kostengründen und fehlendem Knowhow auf der Strecke bleiben.

In der Relaistechnologie sind Plagiate ein äußerst gefährliches Unterfangen. Kleinste Nachlässigkeiten in der Fertigung können dazu führen, dass später z. B. Kontakte verschweißen, die erwartete Lebensdauer nicht erreicht wird oder Kurzschlussfestigkeiten nicht erfüllt werden. Dies hört sich sehr „technisch und theoretisch“ an, wenn man aber in einem Fahrstuhl steckt, bei dem das Sicherheitsrelais nicht einwandfrei funktioniert, kann es in der Praxis einen sehr schnell selber treffen. Es ist gewiss auch noch jedem im Gedächtnis, als minderwertiges Kinderspielzeug, das sicher ebenso unter höchstem Kostendruck gefertigt wurde, mit großen Rückholaktionen vom Markt genommen wurde.

Wir deutschen Relais-Hersteller hingegen bieten unseren Kunden einen absolut hohen Qualitäts- und Servicestandard, den man nur erreichen kann, wenn man über Know-how und langjährige Erfahrung in der Relaistechnologie verfügt. Das Funktionieren der Relais basiert nicht allein auf unseren intelligenten Produktentwicklungen. Für uns gilt, dass wir diese Produktintelligenz mit ganz spezifischen, hochentwickelten Arbeitsprozessen in der Fertigung und Qualitätsprüfung zu 100% realisieren. Darüber hinaus ist Partnerschaft mit unseren Kunden ein Fundament der Zusammenarbeit.

Wie man aus der Nachrichtenpresse vernehmen kann, wird sich der Plagiator in Zukunft nicht damit begnügen, ein Billig-Anbieter in der zweiten Reihe zu sein. Mit Spionage in noch nie da gewesenem Ausmaß wird geistiges Eigentum und Know-how aus allen Bereichen gestohlen, mit dem Ziel, sich wie ein Kuckuck ins gemachte Nest „Marktführung“ zu setzen.

Die Bundesregierung versucht, bisher mehr oder weniger erfolgreich, dieser Piraterie Einhalt zu gebieten. Von daher ist Eigeninitiative gefragt! Zwei Bekämpfungsinstrumente muss man nutzen: Zum einen, Kunden, also Sie, für Qualitätsmerkmale sensibilisieren. Das Know-how der eigenen Produkte und der damit verbundene Mehrwert muss deutlich kommuniziert werden.

Zum anderen, aktiv gegen das Plagiat vorgehen, d. h. konsequent den Markt beobachten, Produktfälschungen zurückverfolgen, Grenzbeschlagnahme beantragen, Schutzrechtsdokumentationen für Messen erstellen, uvm.; Unterstützung findet man bei Behörden / Zoll, Organisationen und Verbänden wie z. B. dem ZVEI.

Ihnen, als unsere Kunden, möchte ich mit auf den Weg geben, dass es sich auszahlt, ganzheitlich auf Qualität zu setzen. Mit einem Plagiat sparen Sie heute im Einkauf, morgen aber, kann es in der Serie Ihres Endproduktes Verursacher von teuren Reklamationen sein.
Wolfgang Tondasch


Relais aktuell Nov. 07:
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©2010 Forum Innovation der
Deutschen Schaltrelais-Hersteller im ZVEI
Update 01/11/2010