Richtiges Schalten von Kondensatormotoren
Gewusst wie!


Eine typische Anwendung für Kondensatormotoren sind Rohrmotorantriebe für Rollläden und Jalousien. Unabhängig ob auf DIN-Schiene oder auf Leiterplatte eingesetzt sind Relais, optimiert für diesen Einsatzfall, erhältlich.
Folgendes ist dabei zu beachten:
Bei Kondensatormotoren im 230V AC-Netz beträgt der Einschaltstrom etwa 120 % des Nennstromes. Zu beachten ist jedoch der Strom, der sich beim direkten Reversieren der Drehrichtung ergibt.


Wie aus dem Schaltbild 1 zu entnehmen ist, wird über dem Lichtbogen, der beim Öffnen des Kontaktes entsteht, der Kondensator umgeladen.
Die hierbei zu messenden Spitzenströme können beispielsweise bei Rohrmotoren von 50 W bis 250 A und bei 500 W-Motoren bis 900 A betragen. Dies führt unweigerlich zum Verschweißen der Kontakte. Die Drehrichtungsumkehr der Motoren darf deshalb nur mit zwei Relais, wie im folgenden Schaltbild dargestellt, erfolgen, wobei in der Ansteuerung zu den Relais eine stromlose Pause von ca. 300 ms vorzugeben ist.
Die stromlose Pause erzeugt man durch die zeitverzögerte Ansteuerung aus dem Mikroprozessor etc., oder Vorschalten eines NTC-Widerstandes in Serie zu jeder Relaisspule.
Eine gegenseitige Verriegelung der Relaisspulen erzeugt keine Zeitverzögerung!
Mit der Wahl eines verschweißfesteren Kontaktmaterials anstatt einer Verzögerungszeit kann man die Neigung zum Verschweißen reduzieren aber nicht ausschließen.

Reversieren eines Wechselstrom-Motors
Falsch:
Stromlose Pause zwischen dem Umschalten der Relais < 10 ms. Durch Umpolen des Kondensators kann der Umschaltstrom einige hundert Ampere betragen.
Richtig:
Stromlose Pause zwischen der Ansteuerung der Relais > 300 ms. Die Kondensatorladung entlädt sich über die Motorwicklung.

Dirk Rauscher


©2010 Forum Innovation der
Deutschen Schaltrelais-Hersteller im ZVEI
Update 01/11/2010